Jan 27 2009

Wirtschaftliches

Heutzutage verzeichnet Italien weiter sinkende Zahlen bei der Produktion. Dies ist vor allem auf eine Forderung der EU zurück zu führen. Denn Italien muss seit einigen Jahren seine genaue Reblächengröße und Produktionsmengen an die EU bekannt geben. Aber auch der Qualitätsgedanke, der in Italien Einzug gehalten hat ist hier ein Hauptverursacher, der zu sinkenden Produktionsmengen und höheren Weinqualitäten führt.

Viele Produzenten haben sich seitdem der Qualität und somit der Ertragsreduzierung verschrieben. Die Winzer haben erkannt, dass man mit weniger Erntemenge und der sich daraus ergebenden höheren Traubenqualität mehr Kundennachfrage und damit steigende Gewinne also letztendlich mehr Geld im Aktenkoffer erzielen lässt.

Wenn man sich die Exportländer Italiens anschaut, ist Deutschland mengenmäßig das Hauptexportland Nummer 1. Die Fokussierung der italienischen Winzer und Weinbauern auf Deutschland als Absatzmarkt ist auch sehr lukrativ. Deutschland bietet viele Vorteile gegenüber anderen Exportländern. In Deutschland ist der Handel mit alkoholischen Getränke, also auch Wein sehr liberalisiert. Im Vergleich dazu ist der Handel mit Wein in Verbraucherländern, wie z.B. in den USA, Schweden oder Norwegen sehr kontrolliert und erschwert.

Die Weinbereitung der italienischen Weingütern und Kellereien zählt heute zu den modernsten in Europa. Zwar müssen sich die italienischen Weinproduzenten auch an das von der EU vorgegebene Weinrecht halten, jedoch wird wie auch bei vielen großen Produzenten in Deutschland jede neue und freigegebene Technologie zur Weinbereitung getestet und eingesetzt. Jedoch ist die Verwendung neuer Technologien auch abhängig vom jeweiligen Weinrecht des Landes. Die Weinrechte die nochmals für Länder und Regionen gelten, sind dem EU-Weinrecht unterstellt und können diesen nur verschärfen. Manchmal ist es aber auch so, dass Naturgegebenheiten besondere und geschätzte Verarbeitungsverfahren dem Kellermeister aufzwingen.

In vielen Regionen Italiens sind die dort hergestellten Rotweine von ihrem Uhrsprung her sehr tanninhaltig. Diese Tanninstruktur ist für den normalen Weinkonsumenten oft zu aufdringlich und adstringierend. Daher sind viele italienischen Produzenten gezwungen manche Rotweine in ein Holzfass, teilweise sogar in kleine Barrique-Fässer zu legen und dort reifen zu lassen. Im Holzfass finden dann über einen längeren Zeitraum hinweg die typischen Mikrooxidationsprozesse statt, die diese Tanninstrukturen der Rotweine aufgrund der Luftdurchlässigkeit des Holzes etwas aufoxidieren. Der Wein schmeckt danach wesentlich weicher und somit angenehmer für die meisten Endkonsumenten. Ein schönes Beispiel eines im Barrique gereiften italienischen Rotweines ist der Frescobaldi Pater aus der Toskana, der durch seine Fülle und Komplexität und seinen dezenten Barriquenoten die Weintrinker weltweit begeistert. Außergewöhnliche Geschenke finden sich im richtigen Anbaugebiet in Italien definitiv für jeden Weinliebhaber.